Ohne Draht

Humoreske von Teo von Torn
in: „Neues Wiener Journal” vom 12.03.1903,
in: „Altonaer Nachrichten/Hamburger Neueste Zeitung” vom 01.09.1904


Fassung des „Neuen Wiener Journals”

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Hauptmann von Klingsberg, einer der liebenswürdigsten Officiere der preußischen Armee, hatte sich seit einiger Zeit nit der Telegraphie ohne Draht beschäftigt. Als einer der Ersten hatte er in einer Denkschrift die kolossalen Vortheile der Erfindung für die Kriegführung dargelegt: Das Zerstören von Telegraphenleitungen, das Abfangen von Brieftauben, das Herunterknallen von Luftballons und alle die andern kleinen Niederträchtigkeiten, welche die Besiegung eines Feindes so unendlich erschweren können, erschienen mit der Telegraphie ohne Draht aus der Welt geschafft. Selbstverständlich wurden militärischerseits sofort eingehende Versuche unternommen.

— — —

Seit drei Tagen schon weilte Hauptmann von Klingsberg in Eberswalde — in Begleitung des Ingenieurs einer Elektricitätsgesellschaft, eines Marconi-Apparates, eines Benzinmotors, einer Dynamomaschine, zweier Fesselballons, einer Anzahl größerer Kinderdrachen und dreier Soldaten zur Bedienung.

Man sieht, eine verwöhnte Frau kann nicht mit mehr Gepäck ins bad reisen, als der Hazptmann von Klingsberg gen Eberswalde gezogen war.

Und doch wollte die Geschichte zunächst nicht klappen. Von einer Anhöhe aus, wo die Versuchsstation sich etablirt hatte, ließen die Soldaten mit großem Eifer und sichtlichem Vergnügen die Drachen steigen. Bei schwachem Winde wurden die Ballons aufgelassen, deren mit Stearin getränkte Tauenden die gesprächigen Funken auffangen und zum Apparat herniederleiten sollten. Der Benzinmotor stank und ratterte, daß es eine Freude war — aber Herr Hauptmann Spohr, welcher mit dem nämlichen Anhang in Wriezen weilte und sich mit seinem Freunde und Kameraden klingsberg drahtlos in Verbindung setzen sollte, äußerte sich nicht — nicht mit einem einzigen Funken!

Eine Anfrage in Wriezen mit Draht: was das für eine Bummelei wäre, ergab die gereizte Gegenfrage, ob man in Eberswalde vieleicht auf den Ohren und Augen säße, Hauptmann Spohr habe sich bereits einige Tauenden fusselig telegraphirt, ohne daß der Empfangsapparat bisher auch nur einen Muck von sich gegeben hätte.

Schließlich einigten sich die Ingenieure dahin, daß das Wetter nicht günstig sei. Die Luft bedürfe einer gewissen Feuchtigkeit, um ordentlich zu leiten, und da es sehr trocken und heiß war, verkehrten die Funken nicht ordnungsgemäß zwischen Wriezen und Eberswalde, sondern verbummelten sich planlos im Weltall.

Das ging nun dem Hauptmann von Klingsberg, dessen Stimmung aus anderen, privaten Gründen in der letzten Zeit ohnehin recht gedrückt war, sehr wider alle technischen und militärischen Hoffnungen. Er machte es wie die Elektricität, welche nur bei einiger Feuchtigkeit richtig functionirt, setzte sich ins „Deutsche Haus” und schon beim dritten Glas Pilsener hatte er den nöthigen Feuchtigkeitsgehalt, um sich vollkommen klar zu werden darüber, daß es bei den mannigfachen Unberechenbarkeiten eines Krieges schwer halten dürfte, im Bedarfsfalle immer die richtige Witterung zu schaffen.

Da würde sich der alte Oberst von Hansen, welcher auch ein leidenschaftlicher Freund der technischen Wissenschaften war, die Marconische Erfindung aber für eine noch gänzlich unausgereifte Sache hielt, schön ins Fäustchen lachen, wenn er von diesem Resultat erfuhr.

Ueberhaupt der Oberst von Hansen! So ein vergnätterter, bockbeiniger Mensch! Seit man ihm — etwas unvorhergesehen allerdings — den Abschied gegeben, hatte er sich ausschließlich der Elektricität in die Arme geworfen und von der Stunde an eine gewisse Pike gegen den bunten Rock bekundet. Klingsberg war so ziemlich der einzige active Officier, mit dem er noch verkehrte. Die gemeinsame Vorliebe für die technischen Wissenschaften hatte sie zusammengeführt — und wenn die Beziehungen anhielten, so lag das auf Seite des Oberst daran, daß er Jemand brauchte, um sich wissenschaftlich mit ihm zu zanken, auf der Seite des Hauptmannes dagegen an dem schlanken blonden Töchterchen des alten Herrn — —

Es hätte längst zwei glückliche Menschen mehr auf der Welt gegeben, wenn der Oberst in gegebener Veranlassung nicht Folgendes erklärt hätte: „Will meine Tochter einen activen Offizier heiraten, schön; aber dann mag sie sehen, wo sie das nöthige Kommißvermögen herkriegt. Ich gebe keinen Pfennig für eine Karrière, aus der ein Mensch ohne sein Verschulden und im besten Mannesalter plötzlich auf den Sand gesetzt werden kann.”

Der Oberst weilte mit seiner Tochter in dem nahegelegenen Freienwalde — und Hauptmann von Klingsberg erwog eben, ob er die erzwungene Tatenlosigkeit nicht zu einem Abstecher nach dorthin benützen könnte, als er nach der Versuchsstation abgerufen wird.

Der Apparat „funk”tionierte! Als der Hauptmann atemlos eintraf, waren die inhaltsschweren Worte „G—u—t—e—n T—a—g” bereits herüber„gefunkt” worden. Der Benzinmotor stank und ratterte, der Dynamo brummte — und dazwischen immer das scharfe Knack-knack, welches die Funkenübertragung in den Aufnahmeapparat begleitete. Herrn von Klingsberg klang das wie Sphärenmusik in den Ohren. Mit Feuereifer bediente er eigenhändig den Apparat und er freute sich wie ein Kind, als er innerhalb der nächsten Stunde — die drahtlose Telegraphie arbeitet noch sehr langsam — die weiteren inhaltsschweren Worte zusammen hatte: „H—i—e—r — S—p—o—h—r — W—e—r — do—r—t?”

Sofort wurde der Aufgabeapparat eingeschaltet und Hauptmann von Klingsberg antwortete im Schweiße seines Angesichtes: „H—i—e—r — K—l—i—n—g—s—b—e—r—g — W—a—r—u—m — g—e—h—t—s — n—u—?”

Zur großen Freude des Hauptmanns blieb die Verbindung dauernd aufrecht. Aber wie das immer mit solchen Versuchsgesprächen ist — man weiß nicht recht, was man sich erzählen soll. Die Hauptsache ist ja, daß man sich versteht; das Gesprächsthema selbst ist dabei so gleichgiltig, daß man schließlich auf die ausgefallensten Sachen kommt. Man spricht vom Wetter, wie viel Glas Bier man am Abend vertilgt hat, daß das Mittagessen unter aller Würde gewesen ist und dergleichen.

Schließlich wußte sich Wriezen nicht mehr zu helfen und schwenkte auf ein ganz anderes Thema ein:

„W—i—r—s—t — D—u — i—n — F—r—e—i—e—n—w—a—l—d—e — B—e—s—u—ch — m—a—ch—e—n—?”

„M—ö—c—h—t—s—ch—e—u—ß—l—i—ch—g—e—r—n—a—b—e—r—w—a—s—n—u—tz—t—d—a—s—?—D—e—r—A—l—t—e—b—l—e—i—b—t—b—o—ck—b—e—i—n—i—g—!”

„H—e—i—r—a—t—e—o—h—n—e—i—h—n—!”

„D—a—s—s—a—g—st—D—u—s—o—! — T—e—l—e—g—r—a—ph—i—e—r—e—n—o—h—n—e—D—r—a—h—t—i—s—t—s—ch—o—n—s—ch—w—e—r—a—b—e—r—h—e—i—r—a—t—e—n—o—h—n—e—D—r—a—h—t—i—s—t—u—n—m—ö—g—l—i—ch—!”

— — —

Der nächste Tag war ein Sonntag, und Hauptmann von Klingsberg benutzte denselben zu einem Ausflug nach Freienwalde. Oberst von Hansen empfing ihn so aufgekratzt wie noch nie. Mit größter Aufmerksamkeit lauschte er den Schilderungen Klingsbergs über den Erfolg, der gestern mit der Funkentelegraphie erzielt wurde.

„Das ist sehr interessant, lieber Klingsberg,” sagte der alte Herr schließlich. „Also Sie meinen, daß zwei Armeekörper, welche zum Beispiel von Eberswalde und Wriezen her gegen einen in der Mitte liegenden Feind heranmarschieren, sich gefahrlos verständigen können? Ich meine, ohne die Gefahr, daß ihre Depeschen abgefangen werden?”

„Allerdings, Herr Oberst! Unbedingt! Das ist ja eben der eminente Vorzug der drahtlosen Telegraphie!”

„So so — na nehmen Sie mal an, ich wäre der Feind gewesen und Sie hätten sich mit dem Truppenkörper in Wriezen nicht über meine Bockbeinigkeit, sondern über Ihre Zahl und Angriffsoperationen unterhalten — —”

„Allmächtiger — —! Herr Oberst — ich —”

„Na lassen Sie gut sein, Klingsberg,” sagte der alte Herr lachend, „Sie sollen mit Draht heiraten — und Sie werden längst Großpapa sein, wenn die Telegraphie ohne Draht für Kriegszwecke verwendbar wird! Nun sagen Sie erst mal meiner Tochter guten Tag — ich wette, daß sie im Nebenzimmer darauf wartet — und dann will ich Ihnen den Apparat zeigen, mit dem ich Sie abgefaßt habe.”

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Fassung aus „Altonaer Nachrichten/Hamburger Neueste Zeitung”

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Wenn man das militärische Jahr nur nach dem Turnus der Ereignisse im Frontdienst betrachtet, so charakterisiert sich dieser Zeitabschnitt als die bekannte Kreislinie ohne Ende, als das runde Brunnengitter, an dem man in angesäuseltem Zustande entlang tastet und sich wundert, daß das Ding kein Ende nimmt.

Die militärischen Jahreszeiten folgen einander mit derselben Naturnotwendigkeit wie die des Kalenders. Wie die im Herbst eingelegten Tulpen- und Krokuszwiebeln aus der geheimen Werkstatt der Natur schließlich zu blühender Pracht emporkeomen, so entwickelt sich aus dem langsamen schritt nach Zählen der Parademarsch in Regimentskolonne.

Es gibt Dienstschwärmer, wie es Naturschwärmer gibt. Letztere nehmen es schon als launige Abwechslung, wenn ein Frühjahr feuchter ist als das andere — jene sind zufrieden in der Erwartung, daß sie im nächsten Oktober noch dümmere Rekruten bekommen werden als im vorigen.

Andererseits aber gibt es wieder Leute, für die auch die schönste Abwechslung schließlich an Reiz verliert, wenn sie immer wiederkehrt — und besonders ein so temperamentvoller Herr wie der Hauptmann v. Klingsberg hätte wahrscheinlich den eintönigen Freuden des bunten Rockes längst Valet gesagt, wenn das Soldatenleben außerhalb des Frontdienstes nicht auch sehr interessante Spezialitäten aufzuweisen hätte. Für diese Vergnügungen sorgt die Technik. Eine neue Fleischkonservierungsmethode findet nicht minder sorgfältige Beachtung wie ein neues Mittel gegen das Wundlaufen, Telegraph und Telephon gehören längst zu den Unentbehrlichkeiten der modernen Kriegsführung. Fahrräder und Töff-Töffs sausen durch die Manövergelände, als seien sie speziell für den königlichen Dienst erfunden. Das Neueste ist die Funkentelegraphie — das Telegraphieren ohne Draht — die Nachläuferin des Pulvers ohne Rauch und Vorläuferin des Schießens ohne Kugeln, des Liebesmahles ohne Sekt, kurz jener großen glorreichen „Ohne”-Epoche, welche sich auf allen Gebieten des Wissens und unserer Lebensgewohnheiten vorbereitet.

Hauptmann von Klingsberg hatte sich mit em Studium der Marconischen Erfindungen lange beschäftigt. Als einer der ersten hatte er in einer Denkschrift die kolossalen Vorteile der Erfindung für die Kriegsführung dargelegt: Das Zerstören von Telegraphenleitungen, das Abfangen von Brieftauben und all die andern kleinen Niederträchtigkeiten, welche die Besiegung eines Feindes so unendlich erschweren können, erschienen mit der Telegraphie ohne Draht aus der Welt geschafft. Selbstverständlich werden militärischerseits sofort eingehende Versuche aufgenommen. — —

— — —

Seit drei Tagen schon weilte Hauptmann von Klingsberg in Eberswalde — in Begleitung des Ingenieurs einer Elektriczitätsgesellschaft, eines Marconi-Apparates, eines Benzinmotors, einer Dynamomaschine, zweier Fesselballons, einer Anzahl größerer Kinderdrachen und dreier Soldaten zur Bedienung.

Und doch wollte die Geschichte zunächst nicht klappen. Von einer Anhöhe aus, wo die Versuchsstation sich etabliert hatte, ließen die Soldaten mit großem Eifer die Drachen steigen. Bei schwachem Winde wurden die Ballons aufgelassen, deren mit Stearin getränkte Tauenden die Funken auffangen und zum Apparat herniederleiten sollten, aber Herr Hauptmann Spohr, welcher mit dem nämlichen Anhang in Wriezen weilte und sich mit seinem Freunde und Kameraden klingsberg drahtlos in Verbindung setzen sollte, äußerte sich nicht — nicht mit einem einzigen Funken!

Eine Anfrage in Wriezen mit Draht: was das für eine Bummelei wäre, ergab die gereizte Gegenfrage, ob man in Eberswalde vieleicht auf den Ohren und Augen säße. Hauptmann Spohr habe telegraphiert, ohne daß der Empfangsapparat auch nur einen Muck von sich gegeben hätte.

Schließlich einigten sich die Ingenieure dahin, daß das Wetter nicht günstig sei. Die Luft bedürfe einer gewissen Feuchtigkeit, um ordentlich zu leiten, und da es sehr trocken und heiß war, verkehrten die Funken nicht ordnungsgemäß, sondern verbummelten sich planlos im Weltall.

Das ging nun dem Hauptmann von Klingsberg, dessen Stimmung aus anderen, privaten Gründen in der letzten Zeit ohnehin recht gedrückt war, sehr wider alle technischen und militärischen Hoffnungen. Er setzte sich ins „Deutsche Haus” und schon beim dritten Glas Pilsener hatte er den nöthigen Feuchtigkeitsgehalt, um sich vollkommen klar zu werden darüber, daß es bei den mannigfachen Unberechenbarkeiten eines Krieges schwer halten dürfte, immer die richtige Witterung zu schaffen.

Da würde sich der alte Oberst von Hansen, welcher auch ein leidenschaftlicher Freund der technischen Wissenschaften war, die Marconische Erfindung aber für eine noch gänzlich unausgereifte Sache hielt, schön ins Fäustchen lachen, wenn er von diesem Resultat erfuhr.

Ueberhaupt der Oberst von Hansen! So ein vergnätterter, bockbeiniger Mensch! Seit man ihm den Abschied gegeben, hatte er sich ausschließlich der Elektrizität in die Arme geworfen und von Stunde an eine gewisse Pike gegen den bunten Rock bekundet. Klingsberg war so ziemlich der einzige active Offizier, mit dem er noch verkehrte. Die gemeinsame Vorliebe für die technischen Wissenschaften hatte sie zusammengeführt — und wenn die Beziehungen anhielten, so lag das auf Seite des Oberst daran, daß er jemand brauchte, um sich wissenschaftlich mit ihm zu zanken, auf der Seite des Hauptmanns dagegen an dem schlanken blonden Töchterchen des alten Herrn — —

Es hätte längst zwei glückliche Menschen mehr auf der Welt gegeben, wenn der Oberst in gegebener Veranlassung nicht Folgendes erklärt hätte: „Will meine Tochter einen activen Offizier heiraten, schön; aber dann mag sie sehen, wo sie das nöthige Kommißvermögen herkriegt. Ich gebe keinen Pfennig für eine Karrière, aus der ein Mensch ohne sein Verschulden und im besten Mannesalter plötzlich auf den Sand gesetzt werden kann.”

Der Oberst weilte mit seiner Tochter in dem nahegelegenen Freienwalde — und Hauptmann von Klingsberg erwog eben, ob er die erzwungene Tatenlosigkeit nicht zu einem Abstecher nach dorthin benützen könnte, als er nach der Versuchsstation abgerufen wird.

Der Apparat „funk”tionierte! Als der Hauptmann atemlos eintraf, waren die inhaltsschweren Worte „G—u—t—e—n T—a—g” bereits herüber„gefunkt” worden. Der Benzinmotor stank und ratterte, der Dynamo brummte — und dazwischen immer das scharfe Knack-knack, welches die Funkenübertragung in den Aufnahmeapparat begleitete. Herrn von Klingsberg klang das wie Sphärenmusik in den Ohren. Mit Feuereifer bediente er eigenhändig den Apparat und er freute sich wie ein Kind, als er innerhalb der nächsten Stunde — die drahtlose Telegraphie arbeitet noch sehr langsam — die weiteren inhaltsschweren Worte zusammen hatte: „H—i—e—r — S—p—o—h—r — W—e—r — do—r—t?”

Sofort wurde der Aufgabeapparat eingeschaltet und Hauptmann von Klingsberg antwortete im Schweiße seines Angesichtes: „H—i—e—r — K—l—i—n—g—s—b—e—r—g — W—a—r—u—m — g—e—h—t—s — n—u—?”

Zur großen Freude des Hauptmanns blieb die Verbindung dauernd aufrecht. Aber wie das immer mit solchen Versuchsgesprächen ist — man weiß nicht recht, was man sich erzählen soll. Die Hauptsache ist ja, daß man sich versteht; das Gesprächsthema selbst ist dabei so gleichgiltig, daß man schließlich auf die ausgefallensten Sachen kommt.

Schließlich wußte sich Wriezen nicht mehr zu helfen und schwenkte auf ein ganz intimes Thema ein:

„W—i—r—s—t — D—u — i—n — F—r—e—i—e—n—w—a—l—d—e — B—e—s—u—ch — m—a—ch—e—n—?”

„M—ö—c—h—t—s—ch—e—u—ß—l—i—ch—g—e—r—n—a—b—e—r—w—a—s—n—u—tz—t—d—a—s—?—D—e—r—A—l—t—e—b—l—e—i—b—t—b—o—ck—b—e—i—n—i—g—!”

„H—e—i—r—a—t—e—o—h—n—e—i—h—n—!”

„D—a—s—s—a—g—st—D—u—s—o—! — T—e—l—e—g— r—a—ph—i—e—r—e—n—o—h—n—e—D—r—a—h—t—i—s—t—s—ch—o—n—s—ch—w—e—r—a—b—e—r—h—e—i—r—a—t—e—n—o—h—n—e—D—r—a—h—t—i—s—t—u—n—m—ö—g—l—i—ch—!”

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Der nächste Tag war ein Sonntag, und Hauptmann von Klingsberg benutzte denselben zu einem Ausflug nach Freienwalde. Oberst von Hansen empfing ihn so aufgekratzt wie noch nie. Mit größter Aufmerksamkeit lauschte er den Schilderungen Klingsbergs über den Erfolg, der gestern mit der Funkentelegraphie erzielt wurde.

„Das ist sehr interessant, lieber Klingsberg,” sagte der alte Herr schließlich. „Also Sie meinen, daß zwei Armeekörper, welche zum Beispiel von Eberswalde und Wriezen her gegen einen in der Mitte liegenden Feind heranmarschieren, sich gefahrlos verständigen können? Ich meine, ohne die Gefahr, daß ihre Depeschen abgefangen werden?”

„Allerdings, Herr Oberst! Unbedingt! Das ist ja eben der eminente Vorzug der drahtlosen Telegraphie!”

„So so — na nehmen Sie mal an, ich wäre der Feind gewesen und Sie hätten sich mit dem Truppenkörper in Wriezen nicht über meine Bockbeinigkeit, sondern über Ihre Zahl und Angriffsoperationen unterhalten — —”

„Allmächtiger — —! Herr Oberst — ich —”

„Na lassen Sie gut sein, Klingsberg,” sagte der alte Herr lachend, „Sie sollen mit Draht heiraten — und Sie werden längst Großpapa sein, wenn die Telegraphie ohne Draht für Kriegszwecke verwendbar wird! Nun sagen Sie erst mal meiner Tochter guten Tag — ich wette, daß sie im Nebenzimmer darauf wartet — und dann will ich Ihnen den Apparat zeigen, mit dem ich Sie abgefaßt habe.”

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